|
||||||||||
| episteme | Lektorat | Text |
|
Arbeitsproben | AGB | Impressum | ||||
|
Hanns Glückstein, der dichtende Bankdirektor. Am 10. Mai 2003 jährt sich zum 115. Mal der Geburtstag eines Mannes, der sich immer als Kurpfälzer verstand. Es war der als Lokalpoet Mannheims und Sänger der Pfalz bekannte Hanns Glückstein, von Geburt Saarländer. Der Vater Ambrosius, ein Holzhändler und die Mutter Elisabeth verschlug es zunächst jedoch an den Westrand der Pfalz und ab 1895 nach Mannheim. Ein Einschnitt für den 7jährigen Hanns, für den Mannheim Großstadt bedeutete. Doch schon als Kind zeigte er Talent zum Dichten und konnte damit diesen Gegensatz in seinem Leben positiv umsetzen: "Mannemer Schbrich unn Kinnerbosse" erschien 1910. Er lebte mitten im alten Mannheim in K3, 15, und verdiente den Lebensunterhalt für sich und seine Familie als Bankdirektor. Der Ausgleich für diesen Beruf war das "Versebabbe" und jedes Jahr erschien ein neuer kleiner Band in Mundart. Themen boten sowohl die Stadt als auch die Familie. Wer das Mannheim seiner Zeit kennen lernen will, findet in seiner Dichtung die damalige Atmosphäre wieder. Aber als Kurpfälzer beschränkte sich Glückstein nicht auf Mannheim. Die Haardt und der Wein mit der sprichwörtlichen Pfälzer Lebensfreude gehörten natürlich auch dazu. Nicht zu vergessen ist die kulturhistorische Bedeutung dieses Mundartdichters: er beschrieb immer wieder altes Brauchtum, Feste und Berufe. Mit der Aufzeichnung seiner Mundart wurde er zudem zu einer Informationsquelle für die Sprachwissenschaft, denn inzwischen ausgestorbene Begriffe des Dialekts tauchen bei ihm noch auf. Glückstein schrieb auch für Heimatzeitschriften und erarbeitete, zum Beispiel mit Hans Bernhardt, Singspiele. Vielleicht erinnern sich manche noch an die "Lindenwirtin, du junge" die vor dem Zweiten Weltkrieg bis in die Schweiz hinein aufgeführt wurde, die Musik stammte von Karl Fischer-Bernauer. Vom Faschismus und Weltkrieg blieb Glückstein verschont, 1931 verstarb er am 19. Mai. Mannheim erinnert seit 1990 an den dichtenden Bankdirektor, im Stadtteil Lindenhof wurde ein Platz nach ihm benannt. © episteme Kulturdienstleistungen Eva Magin-Pelich M.A.
|
||||||||||